Die Kunstsammlung Käppl (auch als Sammlung Käppl oder Sammlung Volkmar Käppl bezeichnet) ist eine private österreichische Kunstsammlung mit Sitz in Wien. Sie gilt in der heimischen Kunstszene als eine der aktivsten und interessantesten privaten Sammlungen des Landes.
Schwerpunkt und Inhalt
Der zentrale Fokus liegt auf österreichischer Kunst nach 1945. Die Sammlung zeichnet sich durch eine hohe Dichte aus: Sie umfasst sowohl etablierte, bekannte Positionen der österreichischen Nachkriegs- und Gegenwartskunst als auch Werke von weniger beachteten oder unterschätzten Künstler:innen. Dadurch entsteht ein nuanciertes Bild der heimischen Kunstszene jenseits der üblichen Kanonisierung.
Neben Gemälden, Zeichnungen und anderen Kunstwerken sammelt Volkmar Käppl intensiv Ausstellungskataloge und lässt unzählige Künstler:innen-Signaturen auf Werken oder Katalogen anfertigen. Dies macht die Sammlung zu einem lebendigen Archiv persönlicher Begegnungen und dokumentarischer Spuren der Wiener und österreichischen Kunstszene.
Bedeutung der Sammlung
• Persönliches Engagement: Volkmar Käppl (oft als Dr. Käppl bezeichnet) gilt als einer der agilsten und leidenschaftlichsten Kunstsammler Österreichs. Er besucht seit Jahrzehnten unermüdlich Vernissagen, Ateliers und Ausstellungen, kauft direkt bei Künstler:innen und baut die Sammlung mit einem klaren Qualitätsanspruch auf. In Künstlerkreisen wird seine Sammlung häufig als besonders authentisch und kenntnisreich gelobt.
• Szene-Dokumentation: Durch die Kombination aus Kunstwerken, Katalogen und Signaturen fungiert die Sammlung nicht nur als Sammlung von Objekten, sondern auch als persönliches Zeitzeugnis der Wiener Kunstszene. Sie spiegelt ein dichtes Netzwerk und eine langjährige Präsenz in der Szene wider.
• Öffentliche Sichtbarkeit: Teile der Sammlung wurden bereits in Ausstellungen gezeigt, etwa 2025 in der eSeL Rezeption im MuseumsQuartier (MQ) Wien unter dem Titel „Die Sammlung Käppl – Kunstwerke, Kataloge und Künstler:innen-Signaturen“. Solche Präsentationen bieten seltenen Einblick in ein sonst privates Lebenswerk.
Insgesamt steht die Sammlung Käppl für eine engagierte, qualitativ hochwertige und sehr persönliche Form des privaten Sammelns in Österreich. Sie trägt dazu bei, die Vielfalt der österreichischen Kunst nach 1945 zu bewahren und sichtbar zu machen – fernab großer institutioneller Sammlungen wie jener des mumok oder der Belvedere-Sammlungen. Sie ist ein Beispiel dafür, wie individuelle Passion und kontinuierliches Engagement eine bedeutende kulturelle Ressource schaffen können.
Mit diesen beiden Ausstellungskatalogen bin ich seit Jahren auch Teil der Sammlung Käppl. Ich kann mich noch gut erinnern, wie der hochkarätige Gast - unter Kennern auch als “der rote Pullover” bekannt - plötzlich bei meiner Ausstellung im Russischen Kulturinstitut auftauchte und mich bat, meine beiden oben abgebildeten Kataloge zu signieren. Damals war er zwar unter Insidern bekannt, aber noch nicht die Berühmtheit, die er vor wenigen Monaten nach seiner Ausstellung im Museumsquartier Wien Ende 2025 wurde, als sein beeindruckendes, über Jahrzehnte unermüdlich aufgebautes Werk erstmals einer breiteren, staunenden Öffentlichkeit vorgestellt wurde.