1. April - Disclaimer

Der Satz „Werft die Huren ins Feuer und bringt mir ihr sündiges Gold!“ stammt aus Gustav Meyrinks Roman Das grüne Gesicht (1916). Er wird von der Figur Zitter Arpád gesprochen, einem charismatischen, wahnsinnigen falschen Propheten (er gibt sich als Elias aus), der inmitten eines apokalyptischen Volksaufruhrs in Amsterdam eine hysterische Menge aufhetzt.

Unmittelbarer Handlungskontext

Die Szene spielt gegen Ende des Romans in einer Zeit des kollektiven Wahnsinns: Amsterdam versinkt in religiösem Fanatismus, Sektierern, Geißlern, Heilsarmee-Anhängern und endzeitlichen Visionen. Die Menschen erwarten den Weltuntergang, sehen Fata-Morgana-Erscheinungen am Himmel und geraten in Ekstase. Zitter Arpád steht auf einem improvisierten Gerüst, wirft Kupfermünzen in die Menge und brüllt seinen blutdürstigen Hetzruf. Protagonist Fortunat Hauberrisser und Baron Pfeill werden von der wogenden Menge mitgerissen und erkennen in Zitter ein „grauenhaftes Scheusal“ – einen Betrüger mit Vorgeschichte von Giftmorden an Frauen und einem Tiger-Blutbad im Zirkus.

Der Satz markiert den Höhepunkt des äußeren Chaos, kurz bevor ein gewaltiger Sturm die Stadt zerstört und die apokalyptische Katastrophe einleitet. Er ist Teil eines größeren Szenarios von Massenhysterie, in dem irdische Gier und falsche Prophetie aufeinandertreffen.

Literarische und symbolische Interpretationen

Meyrink verwebt hier mehrere Ebenen – typisch für seinen synkretistischen Stil (Mischung aus Kabbala, Alchemie, Gnosis, christlicher Mystik und Theosophie):

    1    Biblisch-apokalyptische Anspielung

Der Aufruf erinnert stark an Motive aus der Offenbarung des Johannes (z. B. die „Hure Babylon“, die mit Feuer gerichtet wird, oder die Vernichtung von Sünde durch Feuer und Schwefel). „Huren“ stehen symbolisch für moralischen Verfall, Unreinheit und die „große Hure“ der Welt (Fleischlichkeit, Materialismus). Das „sündige Gold“ verweist auf das goldene Kalb, Gier und falschen Reichtum. Zitter fordert eine radikale Reinigung durch Feuer – ein klassisches apokalyptisches Gerichtsmotiv (Taufe mit Feuer statt Wasser). Meyrink kehrt es jedoch ins Groteske: Der „Prophet“ nutzt den religiösen Eifer, um selbst Gold anzuhäufen und Macht auszuüben.

    2    Kritik am falschen Mystizismus und Massenwahn

Meyrink kontrastiert diesen äußeren, hysterischen „Weg“ scharf mit dem inneren mystischen Pfad der wahren Figuren (Hauberrisser, Eva van Druysen, Swammerdam, Sephardi). Zitter verkörpert den falschen Elias – den gewalttätigen, egoistischen Pseudo-Eingeweihten, der äußere Opfer und Buße predigt, statt innerer Transformation. Der Roman zeigt, wie spirituelle Sehnsucht in der Nachkriegszeit (der Roman entstand während des Ersten Weltkriegs) in Fanatismus und Betrug umschlägt. Der Sturm, der folgt, fegt diesen Wahnsinn hinweg und öffnet den Weg für echte Erweckung.

    3    Alchemistische und gnostische Dimension

Feuer ist bei Meyrink häufig ein Symbol der alchemistischen Reinigung (Putrefactio → Rubedo): Das „Verbrennen“ des Unreinen (Huren = niedere Triebe, Materie) soll das „Gold“ (spiritueller Reichtum) freisetzen. Hier wird es pervertiert: Statt innerer Alchemie (Transformation der eigenen Seele) fordert Zitter äußere Opfer und plündert das „sündige Gold“. Das grüne Gesicht (Chidher Grün / Ewiger Jude / Urmensch) steht dagegen für den wahren Vorläufer der Erleuchtung – ein ewiges, unverwesliches Prinzip jenseits von Zerstörung und Gier.

    4    Psychologische und gesellschaftskritische Ebene

Der Satz spiegelt die Entwurzelung und geistige Leere der Moderne wider. Nach dem Krieg (und in Meyrinks Sicht: immer) suchen Menschen Halt in Extremen – entweder in spiritistischen Zirkeln oder in fanatischen Propheten. Zitter verkörpert den Cäsarenwahn und die gefährliche Verquickung von Religion, Sexualfeindlichkeit und Habgier. „Huren ins Feuer“ kann auch als Unterdrückung des Weiblichen/Erotischen gelesen werden, während der wahre mystische Weg bei Meyrink oft über die „Brücke des Lebens“ (Vereinigung männlich-weiblich, anima-animus) führt.

Gesamtbotschaft des Romans im Bezug auf das Zitat

Das grüne Gesicht erzählt von der Suche nach echtem Erwachen inmitten des Untergangs der alten Welt. Die äußere Apokalypse (Sturm, Zerstörung Amsterdams) ist Spiegel der inneren: Wer am „sündigen Gold“ und äußeren Opfern hängt (wie Zitter und die Menge), geht unter. Wer das grüne Antlitz (Symbol des unverweslichen inneren Selbst, des „Urmenschen“) in sich schaut, überlebt als „Erwachter“ – jenseits von Tod und Illusion. Das Zitat dient als Kontrastfolie: Es zeigt den Abgrund des falschen Weges, damit der Leser den wahren (stillen, inneren, gnostischen) erkennt.

Meyrink selbst war tief in Esoterik verstrickt, schrieb aber oft mit ironischer Distanz zu Marktschreierei und Fanatismus. Der Satz ist typisch für seine Mischung aus Grauen, Groteske und tiefer Mystik.

Wolfgang Amadé Mozart

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As an artist and a freemason he also had more inner freedom than most people. So he could furthermore be sure of the bitter envy of the upper echelons of society, who were squeezed in a very strict code of family-honor in their daily lives.

And all of a sudden - in the year 1791 - he died. Because of the feeling of envy in the air rumours never stopped, that he might have been poisoned. In the end, the greatest son of Austria was “dumped” on St. Marx graveyard in a common mass grave without even a simple wooden cross.

More than 60 years after his dead the City of Vienna built a monument for him, which was later on removed from St. Marx to Zentralfriedhof. On the original spot of Mozart’s grave - years later again - St. Marx employee Alexander Kogler built another monument made of parts from abandoned graves. This is the one you can see below.

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Vernissage im Russischen Kulturinstitut am 13. März, 18:00 Uhr, Brahmsplatz 8, 1040 Wien

Es ist mir eine besondere Ehre, Sie diesmal in das Russische Kulturinstitut zu meiner nächsten Ausstellung "Fotografische Reflexionen von Heimo Mauser zur Ästhetik von Andrei Tarkovsky" einladen zu dürfen. Andrei Tarkovsky ist der wohl größte russische Filmemacher und wird stilistisch oftmals den Neoveristen zugerechnet. Seine Filme sind poetisch-eigenwillige, ästhetische Meisterwerke voller verschlüsselter Symbolik - und immer auch eine Reise in die Innenwelt.

Parallel zur Ausstellung werden Filme von Andrei Tarkovsky gezeigt werden. Für Speis und Trank ist wie immer bestens gesorgt.

Webseite des Russischen Kulturinstituts